Baumwolle
Die Baumwolle (verschiedene Arten von Gossypium) wird in der Medizin für Verbände und Gewebe verwendet. Die Bildkomposition ist an G. de Chirico angelehnt.
Opium, Laudanum, Mekonium
Opium ist der eingetrocknete, durch Einschneiden der unreifen Früchte gewonnene Milchsaft des Schlafmohns (Papaver somniferum). Der wichtigste Inhaltsstoff ist das Morphium. Es sind unscheinbare dunkle Brocken (im Bild rechts neben der Waagschale), aber bei keinem anderen pflanzlichen Arzneistoff liegen Glanz und Elend, Erlösung vom Schmerz und die Hölle der Sucht so nahe beieinander. Im Bild findet man auch eine alte Recordspritze in der Sterilisierbüchse.
Bärlappsporen
(Lycopodium)
Die gelblichen Sporen des Bärlapp (Lycopodium clavatum) wurden bei der manuellen Herstellung von Pillen zum Bestäuben der fertigen Pillen verwendet, um ein Aneinanderkleben
Bilsenkraublätter
Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) gehört zu den oft giftigen Nachtschattengewächsen. Es wirkt krampflösend und wurde bei Husten und Bronchitis eingesetzt.
Eisenhutknollen I
Die Tochterknollen des Eisenhuts (Aconitum napellus) enthalten das Alkaloid Aconitin. Extrakte wurden in der geeigneten Dosierung bei Neuralgien, Migräne und Gicht verwendet. Aconitum spielt heute noch eine bedeutende Rolle als Fiebermittel in der Homöopathie.
Brechnusssamen
Die Brechnuss (Nux vomica) enthält Strychnin, das legendäre Gift unzähliger Morde in der Literatur. In kleinsten Mengen ist es heute noch in der Homöopathie sehr geschätzt. Die Droge hier in Gesellschaft einer Kröte nach einer Bildkomposition von Juan Sánchez Cotán, einem spanischen Maler des Barock, der in seinen Stillleben gern Nischensituationen malte.
Koloquinten
Koloquinten (Citrullus colocynthis) gehören zur Familie der Kürbisgewächse. Die Früchte fanden Verwendung als drastisches Abführmittel.
Zaubernussblätter I
Ein Arrangement von Zaubernußstrauch (Hamamelis virginiana), getrocknete und geschnittene Blätter, Apothekenmörser und Pillenabteiler (s. Kalabarbohne)
Eisenhutknollen II
Die Flucht der Eisenhutknollen. Ein wenig inspiriert durch Neo Rauch
Fenchel-Anis-Kümmel:
Eine Dreifaltigkeit, die gerne gemeinsam Auftritt, z.B. sorgt sie in Säuglingstees für eine ruhige Verdauung. Auch in Hustensäften trifft man Anis und Fenchel, und so liegt es nahe, die Flaschen nach Art eines Klassikers der modernen Kunst, der pelzüberzogenen Tasse von Meret Oppenheim, zu modifizieren.
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Die Blätter des Stechapfels (Datura stramonium) sind eher unscheinbar und benötigen etwas Inszenierung. Sie wirkten krampflösend und waren in Asthmazigaretten enthalten
Chinesische Kanthariden: Dieser Käfer heißt lateinisch Mylabris cichorii und hat auch hautreizende Inhaltsstoffe wie sein europäischer Kollege. Die etwas eigenwillige optische Präsentation lehnt sich an Installationen von Christian Boltanski an.
Die Kalabarpflanze (Physostigma venenosum) ist ein Exot aus Westafrika und wurde in der Augenheilkunde verwendet. Im Bild, drei Kalabarbohnen, wie üblich etwas inszeniert auf einem merkwürdigen Metallteil, das nur noch älteren Apothekern bekannt ist: Ein Pillenabteiler im Detail.
Kanthariden (ungarisch): Ein anderer Name ist Spanische Fliege (Lytta vesicatoria) und es ist eine der wenigen tierischen Drogen aus unserem Arzneischatz. Eine berüchtigte Rolle spielten Kanthariden als Aphrodisiakum im 17. Jahrhundert und auch noch später. Sie waren das Viagra® Casanovas, jedoch mit sehr viel engerer therapeutischer Breite. Der Versuch endete nicht selten tödlich. Medizinisch verwendet wurden die Käfer für hautreizende und durchblutungsfördernde Pflaster.
Kanthariden (ungarisch) II
Ephedrakraut: Charakteristisch sind die knotigen Reste von Verzweigungen am Stängelende, die den Drogenstücken eine Ähnlichkeit mit Nägeln verleihen. Und wo Nägel sind, ist in der Kunst auch Günther Ücker nicht weit. Verwendet wurde Ephedrakraut (Ephedra distachya) bei Asthma und allergischen Erkrankungen der Atmungsorgane.
.Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) ist für uns ein gern gesehener Frühlingsbote. Auch hier ist die Pflanze giftig, war aber in früherer Zeit bei richtiger Dosierung ein bekanntes Herzmittel. In der Kunst symbolisiert das Maiglöckchen Reinheit und Unschuld, passt aber auch zur Maidemo.
Kanthariden III. Eine Nahaufnahme des Käfers, der die Spuren einer 50-jährigen Aufbewahrung im Reagenzglas zeigt.
.Ein getrocknetes Tollkirschenblatt in merkwürdiger Gesellschaft.
Die Wurzeln der Eibischpflanze (Althea officinalis) liefern Schleimstoffe und wurden vor allem für Hustensäfte von Kindern verwendet